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Kundenbefragung Marheineke-Markthalle        August 2006

Ab 2007 will die Berliner Großmarkt GmbH (BGM) die Marheinekehalle umfassend sanieren und modernisieren. Diese Maßnahmen sollen etwa ein Jahr dauern. Die BGM hat am 7. Juni 2006 ein Konzept zur Neugestaltung der Marheineke-Markthalle vorgelegt. In die Ausarbeitung dieses Konzeptes wurden weder die Händler noch die Anwohner und Kunden der Markthalle hinreichend einbezogen.

Der Mieterrat Chamissoplatz e.V. führt die Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung im Auftrag des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg zur Entwicklung der Marheineke-Markthalle durch. Ziel unserer Arbeit ist eine echte Bürgerbeteiligung an der Gestaltung der Markthalle. Aus diesem Grunde haben wir einen Fragebogen vorgelegt, der den Anwohnern und Kunden Raum gibt, ihre eigenen Vorstellungen zur Gestaltung der Markthalle einzubringen.

Die Erhebung wurde von MitarbeiterInnen des Mieterrates vom 12. Juni bis 31. Juli 2006 in der Marheineke-Markthalle durchgeführt. 956 Kunden der Markthalle haben sich beteiligt. Über 25.000 Antworten zu den einzelnen Fragen liegen vor, mussten erfasst und ausgewertet werden. Die Auswertung der Befragung wurde vom Mieterrat Chamissoplatz e.V. durchgeführt.

Mit dieser Befragung ist der überwiegende Teil der Kunden, die 2360 Mal in der Woche die Marheineke-Markthalle aufsuchen, erreicht worden. Die Ergebnisse dieser Auswertung liegen jetzt vor. (Die ausführliche Auswertung der Kundenbefragung kann unten als PDF-Datei heruntergeladen werden.)

Kundenbefragung zur Marheineke-Markthalle in Berlin-Kreuzberg

Kunden fordern:

• Erhalt einer kleinteiligen durchmischten Marktstruktur,

• behutsame Renovierung ohne Schließung der Halle,

• der bewährte Hallencharakter muss erhalten bleiben,

• keine Tiefgarage

Von den befragten Kunden wohnen 89% im Stadtteil Kreuzberg bzw. 93% im nahen Einzugsgebiet.

Zwei Drittel der Kunden machen die verschlechterten Einkommensverhältnisse für den Kundenrückgang verantwortlich. Weitere 35% führen den Kundenrückgang auf das in den letzten zwei Jahren ausgedünnte Warenangebot zurück. Des weiteren werden die hohen Preise, die Konkurrenz durch Supermärkte, der Leerstand und die schlechten klimatischen Bedingungen in der Halle verantwortlich gemacht.

90% der Befragten sind für ein gemischtes Angebot für Anwohner niedriger und mittlerer Einkommen und wollen die bisherige bewährte Durchmischung der Händlerstände auch nach einer Renovierung erhalten sehen.

43% der Befragten halten eine Modernisierung für notwendig. Aus der weiteren Auswertung ist zu ersehen, dass viele der Befragten eine Lüftungsanlage und eine Renovierung statt umfassender Sanierung für sinnvoll erachten. Diese Arbeiten sollen in Teilschritten unter Aufrechterhaltung des Hallenbetriebes (84% der Befragten) erfolgen, damit dann auch die gewünschte Bestandssicherung der Händler (98%) gewährt wird.

90% der befragten Kunden sind strikt gegen eine 10-monatige Hallenschließung für die Dauer der von der BGM geplanten umfassenden Baumaßnahmen. Und damit ist auch zu befürchten, dass diese Kunden die von der BGM vorgesehene Containerlösung für die Händler nicht annehmen werden.

Über 95% der Befragten sind entweder mit der jetzigen Konzeption einverstanden oder wünschen sich bauliche Maßnahmen wie eine Teilsanierung der Technik (Belüftung und Belichtung) sowie Renovierung der Halle ohne Änderung des Konzepts. 79% der Befragten sind gegen das von der BMG favorisierte neue Model mit Kaufzonen (Gastronomie-Zone, eine Nahrungsmittel-Zone und eine Zone für Dienstleistungen/Sonstiges). Zudem sprechen sich dreiviertel der Befragten unmissverständlich gegen weitere Gastronomie in der Marheineke-Markthalle aus.

91,5% sprechen sich eindeutig gegen die Nutzung einer Tiefgarage aus. Lediglich 57 Kunden oder 6,6% der Befragten würden einen Platz in der Tiefgarage annehmen. Dies ergibt eine Auslastung der Tiefgarage von lediglich 7,14%.

Es sollen 42 Tiefgaragenplätze geschaffen werden. Zugleich entfallen dann aber etwa 8 Parkplätze im öffentlichen Straßenland für die Ein- und Ausfahrten und zusätzlich 10% der Marktflächen. Hinzukommt der Verlust an Lagerflächen im Keller.

Die Kosten der Tiefgarage ohne Galerie und laufende Betriebskosten betragen nach BGM 650.000 EURO und damit je Stellplatz rund 15.500 EURO. Damit entsteht eine jährliche Belastung in Höhe von 52.000 EURO oder 1.238,00 EURO je Stellplatz.

Durch die vorerwähnte Auslastung der befragten Kunden könnten max. 11.200 EURO oder 21% der laufenden Kosten (ohne Betriebskosten für Strom, Reinigung, Lüftung etc.) erzielt werden.

Die Tiefgarage ist also ganz eindeutig nicht über die Kunden der Halle finanzierbar. Auch wird die von der BGM geplante Tiefgarage nicht den gewünschten Käuferstrom bringen, da 95% der Kunden im nahen Einzugsbereich wohnen.

37,2% oder 319 der Befragten befürworten eine Fensteröffnung an der Südseite zur Bergmannstraße, damit mehr Licht in die Halle kommt und eine offenere Hallen-Atmosphäre geschaffen wird. Diese Kunden sind aber zugleich gegen die Schaffung einer Gastronomiezeile an der Südseite der Halle.

Die ausführliche Auswertung der Kundenbefragung kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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